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Arnd Pütz, Jan Pfülb, Jens Sannig und Bernhild Dankert (v.l.n.r.)

Jülicher Superintendent und Bezirksbeauftragte besuchen Berufskolleg Erkelenz

Das Berufskolleg in Erkelenz ist eine Bündelschule, d. h. in ihm sind im Wesentlichen alle beruflichen Richtungen und Schulformen vertreten und zu einer rechtlich selbstständigen Schule zusammengefasst.
Zurzeit besuchen ca. 2.500 Schüler/innen in 100 Klassen das Berufskolleg. Sie werden von 125 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet.

Jedes Jahr besuchen Superintendent Pfarrer Jens Sannig und die Bezirksbeauftragte für den evangelischen Religionsunterricht an berufsbildenden Schulen, Pfarrerin Bernhild Dankert, vier Schulen auf dem Gebiet
des Kirchenkreises Jülich. Zum einen dienen diese Besuche der Kontaktpflege mit den Schulleitungen. Zum anderen und vor allem wollen die Vertreterin und der Vertreter des Kirchenkreises die Lehrerinnen und Lehrer ermutigen, die evangelischen Religionsunterricht erteilen. Dass dabei auch die entsprechenden katholischen Lehrkräfte in die Gespräche eingebunden sind, ergibt sich im Zeitalter der Ökumene wie selbstverständlich.


Keine Schülerin, keinen Schüler zurücklassen: Gespräch mit der Schulleitung

Schulleiter OStD Jan Pfülb und sein Stellvertreter Arnd Pütz empfingen die Gäste zu einem sehr offenen und freundlichen Gespräch. Die beiden Lehrer, die als Team eng zusammenarbeiten, berichteten über Veränderungen gegenüber dem letzten Besuch vor einigen Jahren. Ein neuer Schwerpunkt der Schule liegt auf der Ausbildungsvorbereitung. Das Positive: die Betriebe suchen händeringend Auszubildende.
Das Problem: manche Schülerinnen und Schüler müssen gewissermaßen fit gemacht werden, damit sie die Anforderungen einer Ausbildung erfüllen können. Abgesehen von der Kenntnisvermittlung müssen oftmals auch Werte erarbeitet werden wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, aber auch Toleranz und Respekt. Etwa 250-300 Schülerinnen und Schüler werden in diesem Bereich der Schule unterrichtet, unter ihnen auch eine Anzahl von Flüchtlingen. Das Ziel, das mit einem intensiven Aufwand seitens der Lehrkräfte angesteuert wird: auch diese Schülerinnen und Schüler in eine Ausbildung und damit in einen Beruf zu bringen, die oftmals nicht die besten Startchancen mitbringen. Den beiden Leitungskräften ist es wichtig, das alle Schülerinnen und Schüler Teil der Schulgemeinschaft sind, starke und schwache, deutsche Jugendliche und solche mit einem Migrationshintergrund. Die Lehrerinnen und Lehrer bemühen sich um eine individuelle Förderung, wo das notwendig ist.

 

Persönliche Neigungen und Fähigkeiten: Gespräch mit Schülerinnen und Schülern

Der Superintendent und die Bezirksbeauftragte hatten Gelegenheit, im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern zu erfahren, wie diese den Religionsunterricht, ihre Ausbildung oder ihre Zukunft sehen.

Jugendliche im Alter zwischen 16 und 20 Jahren der Höheren Berufsfachschule Soziales und Gesundheitswesen, die in Vollzeit unterrichtet werden, verrieten ihre Berufsziele, soweit sie ihnen schon klar waren. Eine breite Palette kam zutage: Polizist (weil man da Menschen helfen kann), Erzieher, Tierarzthelferin, OP-technische Assistentin, Studium der Sozialen Arbeit, BWL-Studium, Fachkraft in der Heilerziehung, Kinderkrankenschwester, Therapeutin oder auch Mitarbeit in einer Beratungseinrichtung.
Ein Freiwilliges Soziales Jahr soll einer Schülerin Klarheit über ihren Berufsweg verschaffen. Und der angehende BWL-Student will auch eine Erzieherausbildung absolvieren, um dann mit den gewonnen Kenntnissen einen eigenen Kindergarten zu betreiben.
Die Jugendlichen gaben auf die Frage, warum sie ausgerechnet an diesem Berufskolleg lernen, die klare Antwort: Diese Schule geht auf die persönlichen Neigungen und Fähigkeiten ein; und man erfährt eine gute Förderung.
Der RU wird als „erfrischend“ erlebt: hier wird über alle Themen geredet, „nicht nur über die verschiedenen Religionen“, (die, so war zu erfahren, „viele Gemeinsamkeiten haben“).
„Prominente und ihr Glaube“ war ein Thema in der Vergangenheit; aktuell geht es um „Schönheitsideale“, wozu es eine Ausstellung in den Räumen der Schule geben wird.
Dass es im laufenden Schuljahr keine einzige Abmeldung vom RU gegeben hat, unterstreicht die Sicht der Schülerinnen und Schüler auf den Unterricht in ihrer Klasse.
Schließlich durfte sich der Superintendent den Fragen der Schülerinnen und Schüler stellen, die etwas über seinen Beruf und seine Motivation erfahren wollten.


Mit großem Engagement bei der Arbeit: Gespräch mit der Fachkonferenz Religion

Schon die Gesprächsatmosphäre machte es deutlich: Die vier evangelischen und sieben katholischen Lehrkräfte arbeiten gut und vertrauensvoll zusammen. Und das nicht nur, wenn es um gemeinsam
gestaltete Abschlussgottesdienste geht. Dem Gespräch mit den beiden Gästen vom Kirchenkreis stellten sich Charlotte Schneider, Augustinus Bunse, Melanie Schepers, Heike Latuske, Thorsten Emmerich, Annette Weichert, Melanie Wahnemühl, Pastor Sebastian Schade und Annette Rath. Zwei Lehrkräfte konnten nicht teilnehmen.
Ob das Fach im Kurssystem oder im Klassenverband unterrichtet wird – man spürt deutlich die Wertschätzung durch die Schulleitung. Der Religionsunterricht (RU) wird nicht nur in Randstunden
untergebracht. Und es gibt relativ wenige Abmeldungen vom RU, was sicherlich auch mit der hohen Qualität des Unterrichtes zu tun hat. Es treffen sich zwei Erfahrungen: Zum einen legen Betriebe – und
nicht nur Arbeitgeber im Sozialbereich- zunehmend Wert darauf, dass die Schülerinnen und Schüler am RU teilnehmen (Wertevermittlung!). Zum anderen stellen die Unterrichtenden durchaus ein Interesse der
Jugendlichen an religiösen Themen fest, auch wenn dieses Interesse eher weniger den Kirchen gilt. Es sind alltagsrelevante Themen, die behandelt werden, so zum Beispiel Schuld und Vergebung,
Krankheit, Sterben und Tod. Ein Ziel des RU ist es, den Jugendlichen Vertrauen ins Leben zu geben. Neben der fachlichen Qualifikation bringt die Lehrerin/der Lehrer sich mit seiner Persönlichkeit in das
Unterrichtsgeschehen ein. Und im Schutzraum der Klasse können die Beteiligten offen miteinander reden. Das setzt voraus, dass die Lehrerinnen und Lehrer ganz offensichtlich eine gute Gesprächskultur mit den
Schülerinnen und Schülern entwickelt und eine entsprechende Vertrauensbasis geschaffen haben.


Der Superintendent dankte den Lehrerinnen und Lehrern herzlich für ihre engagierte Arbeit. Aus eigener Erfahrung wisse er, dass der RU prägend für ein ganzes Leben sein könne.